Salvia divinorum Wahrsagesalbei / Zaubersalbei

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Salvia divinorum auch bekannt als Wahrsagesalbei oder Zaubersalbei ist vermutlich eine der bekanntesten psychoaktiven Pflanzen.

Die Wirkung vom Zaubersalbei wird in Tripberichten meist durch bizarre psychoaktive Wahrnehmungen verschiedener Art beschrieben, die mit keiner anderen psychedelischen Substanz zu vergleichen sei.

Salvia divinorum wirkt, egal auf welchen Wege es konsumiert wird, immer stark psychoaktiv. Diese Pflanze ist ein klassischer All Arounder. Die Wirkung des Wahrsagesalbei kann auch durch das Inhalieren von Dampf erzielt werden, das Kraut kann also auch mit einem Vaporizer konsumiert werden.

Pflanzensteckbrief
Salvia divinorum Zaubersalbei

By Eric Hunt (Own work (own photo)) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY 2.5], via Wikimedia Commons

Salvia divinorum (Zauber- / Wahrsagesalbei) Fakten

Familie: Labiatae (Lamiaceae, Lippenblütler)

Gattung: Salbei (Salvia)

Herkunft: Die natürlichen Vorkommen des Wahrsagesalbei liegen im Mazatekengebiet der Sierra Madre Oriental im mexikanischen Bundeststaat Oaxaca. Diese Rauschpflanze hat eine sehr geringe natürliche Verbreitung.

Lebensraum: Diese Heilpflanze kommt in tropischen Nebel- und Regenwäldern vor. Die Höhe, in der diese Pflanze natürlich vorkommt, beträgt 300 – 1800 Meter

Hauptwirkstoff(e): Neoclerodan-Diterpene: Salvinorin A, Salvinorin B

Hauptwirkung: psychoaktiv

Droge: Frische oder getrocknete Blätter

Rechtslage: Diese Pflanze ist leider seit dem Jahr 2008 in Deutschland nicht legal verkehrsfähig. Sie fällt unter das BtmG der BRD.

Synonyme

  • Wahrsagesalbei, Aztekensalbei
  • Blätter der Hirtin, Diviner’s Sage
  • Hierba de la pastora
  • La hembra, Leaves of the Mary shepherdess
  • Mazatekischer Salbei, Sage of the seers,
  • Salvia of the SeerS, Ska Maria pastora
  • Yerba Maria, Zaubersalbei

 

Salvia divinorum Wirkung & Effekte

Wenn Ihr den Zaubersalbei als Tinktur, Priem oder Rauchware konsumiert habt, werden sich auf alle Fälle psychoaktive Effekte der allerfeinsten Sorte einstellen.

Tripberichten zufolge sind die psychedelischen Effekte nicht mit anderen psychoaktiven Substanzen zu vergleichen. User berichten oft von Krümmungen und Verzerrungen des Raum und Veränderungen des Körpergefühls bis hin zu außerköperlichen Erfahrungen.

Die Vielzahl der verschiedenen Gefühle und wahrgenommenen Wirkungen lassen sich nur schwer in wenigen Punkten zusammenfassen.

Beim Inhalieren oder Rauchen von Salvia divinorum tritt die beschriebene Wirkung bereits nach wenigen Sekunden ein. Die Wirkdauer beträgt bei dieser Konsumform zirka 10 Minuten.

Wer den Zaubersalbei als eine Art Kautabak zu sich nimmt und somit die Wirkstoffe über die Schleimhäute aufnimmt, wird die ersten Wirkungen erst nach 10 bis 15 Minuten verspüren. Die Effekte halten dann allerdings für ein bis mehrere Stunden an.

Bei einer Großzahl von Salvia divinorum Konsumenten treten die Wirkungen erst nach wiederholten Konsum auf.

Die folgende Liste stammt von Daniel Siebert und schildert immer wieder auftretende, durch Konsumenten beschriebene, Effekte:

Salvia divinorum Effekte
  • Verwandlung in ein Objekt
  • Visionen verschiedener, zweidimensionaler Oberflächen, Filme und Membranen
  • verschiedene Orte aus der Vergangenheit im speziellen aus Kindheitserinnerungen
  • Verlust des Körpergefühls oder der Identität
  • Verschiedene Gefühle der Bewegung, oder von Mächten irgendwelcher Art gezogen oder verdreht zu werden
  • Unkontrollierbares, hysterisches Lachen
  • Sich überlappende Realitäten, man scheint zur gleichen Zeit an verschiedenen Orten zu sein [1]

Aus volksmedizinischer Sicht lässt sich über dieses Kraut nicht viel in Erfahrung bringen. Indigene Bevölkerungsgruppen haben den Aztekensalbei in psychoaktiv nicht wirksamen Zubereitungen zur Behandlung von Problemen wie Kopfschmerzen, Rheumatismus, Blutarmut und zur Wiederbelebung von Kranken und Alten verwendet. Ebenso um Probleme beim Urinieren und beim Stuhlgang zu behandeln.

Wirkung zusammengefasst

  • stark psychoaktiv & halluzinogen

Wirkung medizinisch

  • Stuhlgang, Urinieren, Blutarmut
  • Kopfschmerzen, Rheuma

Zaubersalbei Wirk- & Inhaltsstoffe

In den Blättern des Wahrsagesalbeis sind die beiden Nepcleraodan-Diterpene Salvinorin A und Salvinorin B enthalten. Der Hauptwirkstoff, also derjenige der psychoaktiv wirksam ist, ist dabei das Salvinorin A.

Bereits 150 – 500 Mikrogramm des Hauptwirkstoffs können extreme Effekte hervorrufen. Neben diesen Inhaltsstoffen kann auch Loliolidzs11 in dem Kraut nachgewiesen werden.

Damiana Inhaltsstoffe
  • Salvinorin A, Salvinorin B
  • Loliolidzs11

Die aufgelisteten Inhaltsstoffe konnten überwiegend in den Blättern von Salvia divinorum nachgewiesen werden.

Zubereitung und Konsumformen

Priem Methode (Mundschleimhäute)

Die urtümlichste Konsumform ist die sogenannte Priem Methode. Hierbei werden 6 – 10 Blätter des Zaubersalbei genommen und zu einer Art Zigarre gedreht. Diese wird nun nicht etwa geraucht, sondern in den Mund gesteckt und dabei zerkaut oder ausgelutscht.

Die Wirkstoffe werden bei der Priem Methode über die Mundschleimhäute aufgenommen. Die Schwellendosis für einen wirksamen Priem beträgt mindestens sechs frische Blätter. Um die Wirkung zu erhöhen, kann man die Dosis auf 8 – 10 steigern.

Diese Konsumform ist von den Mazateken adaptiert, dieses indigene Volk hat bis zu 26 Blätter zu einem Priem gedreht und auf die beschriebene Art und Weise konsumiert.

Salvia divinorum rauchen

Der gängigste Weg für Kosumenten ist wohl das Rauchen beziehungsweise das Inhalieren der Wirkstoffe. Bereits Rauchen eines halben mittelgroßen Blattes des Zaubersalbeis kann starke psychoaktive Effekte herbeiführen. Die übliche Dosis liegt jedoch bei 1 – 2 getrockneten Blättern.

Die Vaporizer Temperatur sollte für das Kraut auf 180 – 240 °C eingestellt werden. Bei diesen Temperaturen werden die Inhaltsstoffe am effektivsten extrahiert.

Wahrsagesalbei Tinkturen

Die Tinkturen aus Salvia divinorum werden üblicherweise mittels einem Ethanil-Wasser-Gemisch angesetzt. Der Alkoholgehalt liegt bei etwa 60%.

Die Tinkturen werden wiederum genutzt, um die Wirkung der getrockneten Blätter zu verstärken. Die Blätter werden mit der Flüssigkeit beträufelt und anschließend wieder getrocknet.

Zusammenfassung

  • Salvia divinorum kann geraucht werden, die Wirkung setzt sehr schnell ein
  • im Vaporizer bei 180 – 240 °C verdampfen, ebenfalls sehr schnelle Wirkung
  • Herstellung von Tinkturen zur Verstärkung der Wirkung getrockneter Blätter
  • Priem (Kauen / Lutschen) – Aufnahme über Mundschleimhaut

Dosierung & Warnhinweise

Da Salvia divinorum starke Auswirkungen auf das Bewusstsein hat, sind dies die wichtigsten Warnhinweise:

  • Da die Möglichkeit besteht, bei Gebrauch von Salvia das Bewusstsein zu verlieren und dadurch sich selbst und Anderen physischen Schaden zuzufügen, ist es unabdingbar eine Begleitperson als „Aufpasser“ zu beauftragen. Diese Person muss nüchtern und handlungsfähig bleiben.
  • Sichere Deine Umgebung vor dem Konsum! Entferne jegliche Art von gefährlichen Gegenständen wie beispielsweise Messer, Gabeln oder Ähnliches.
  • Eine Teilnahme am Straßenverkehr ist während und nach dem Konsum ausgeschlossen.

Nebenwirkungen, die durch den Konsum auftreten können, sind: leichtes Unwohlsein, Schweißausbrüche sowie ein Engegefühl im Brustraum. Übertreibt man es mit der Dosierung, kann ein totaler Kontrollverlust das Ergebnis sein.

Salvia divinorum Anbau & Vermehrung

Wer den Zaubersalbei erfolgreich vermehren möchte, kann dies durch Stecklinge oder Ableger tun. Ein Steckling lässt sich aus einer Salvia Zweigspitze gewinnen. Entfernt alle Blätter bis auf das oberste Paar und steckt die Zweigspitze in ein Gefäß mit Wasser.

Es dauert zirka 2 Wochen bis die ersten Wurzeln am Zweig zu erkennen sind. Nach 4 Wochen könnt Ihr den Steckling einpflanzen. Der Wasserbedarf von Salvia divinorum ist sehr hoch ebenso wie die benötigte Luftfeuchtigkeit. Eure Salvia Pflanze bekommt braune Ränder an den Blättern? Dann ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig.

Ihr dürft die Pflanze nicht in direkte Sonne stellen und müsst sie aufgrund ihres Wasserbedarfes jeden Tag gießen. Temperatur-technisch gibt es nicht viel zu beachten, nach Möglichkeit kein Frost, auch wenn leichter Frost durchaus überstanden wird.

Aussehen & Erscheinungsbild

Für Lippenblütler typisch wächst diese immergrüne Pflanze staudenförmig und kann über einen Meter hoch werden. Die Stengel dieses Krauts sind gleichzeitig ihr Markenzeichen, sie sind komplett quadratisch und werden bis zu 2 Zentimeter dick.

Die Salvia Blätter sind sattgrün, können über 20 cm lang werden sowie 10 cm breit. Sie laufen an den Enden spitz zu sind lanzettenförmig und leicht behaart.

Die Blütenstände der Pflanze sind rispenförmig und befinden sich am Ende des Stengels. Das Blütenkleid erstrahlt in bläulichen oder purpurnen Farben. Die Kronblätter sind immer weiß. Die Hauptblütezeit liegt im Heimatland Mexico zwischen Oktober und März wobei die Blütenpracht überwiegend im Januar zu sehen ist.

Quellen & Links

Schildert uns Eure Erfahrungen mit dieser Rauschpflanze. Tripberichte sind genauso willkommen wie zusätzliche Informationen. Habt keine Hemmungen und lasst uns an Euren Erlebnissen und Kenntnissen teilhaben!

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